Wenn ich in der Schule richtig aufgepaßt habe, drückt die Lyrik am Stärsten die Gefühle und Erfahrungen der Beteiligten aus. Vielleicht manchmal etwas melancholisch, doch stets ehrlich, soll diese Seite einen kleinen Einblick geben.
Lied der Hochseefischer
(Geschrieben auf hoher See auf Seitenfänger "Hannover" NC398 von G.Sagert)
Wir steuern von Deutschlands Gestaden
Hinaus auf die schäumende See
Das Herz oft mit Heimweh beladen
Bei Regen, Sturm, Sonne und Schnee.
Wir fieren und hieven mit Netzen
Fernab unsrer Heimat an Bord.
Und reißt uns das Garn auch in Fetzen,
Wir flicken und fischen dann fort.
Und heben aus dunklen Tiefen
Den Segen der Meere empor.
Vom salzigen Wasser wir triefen,
Sturm brüllt wie gewaltiger Chor.
Wir steh´n an der Reeling und packen
Mit sehnigen Fäusten das Netz.
Der Eisberg mit glitzernden Zacken.
Zieht vorbei nach ew´gen Gesetz.
Am Himmel uns grüßen die Sterne,
Wenn des Nachts am Ruder wir steh'n.
Dann mag auch ein Gruß in die Ferne
Übers Meer zur Heimat wohl geh´n.
Zur Nordsee, vor Island wir dampfen,
Zum Nordkap hoch, zur Barentsee.
Vorm Kap Farewell die Schiffe stampfen,
Vor Westgrönlands leuchtendem Schnee.
Die Luken voll Fische wir bringen,
Für Deutschland und steuern der Not.
Mög' Gott uns stets beisteh'n im Ringen
Um des Volkes tägliches Brot!
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Ein weiteres Zeugnis der oft derben Lyrik auf See beschreibt folgender Fiko-Reim. Der Dichter wendet sich vielleicht mit Grausen, doch Lyrik beschreibt nun mal das Lebensgefühl. Sicher ist dies nicht der einzige Reim seiner Art.
Von Nutten geliebt, von Jungfern gehaßt,
die Heuer versoffen, verhurt und verpraßt,
von außen vergammelt, von innen auf Draht,
das sind die Jungs vom Fischkombinat.
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